Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (DGRM)
geschrieben am 13.11.2009
Grundsätzlich ist bekannt, dass schwangere Frauen häufiger zu schweren Verläufen der H1N1-Infektion neigen; es sind bereits Todesfälle beschrieben worden. Daher sollten gerade Frauen, die eine Schwangerschaft planen (also alle Kinderwunsch-Patientinnen), sich vor Eintritt der Schwangerschaft, idealerweise in einer Behandlungspause impfen lassen.

Da der eigentliche Wirkstoff aus abgetöteten Viren besteht, geht von diesen keinerlei Gefahr für eine Schwangerschaft aus. Die in Pandemrix enthaltenen Zusatzstoffe („Adjuvantien“) sorgen aber bewusst für eine verstärkte Immunantwort. Es können durch die Impfung ver-mehrt Lokalreaktionen und grippeähnliche Symptome auftreten, die jedoch in der Regel inner-halb kurzer Zeit wieder abklingen.

Inwieweit eine Impfung unmittelbar vor Schwangerschaftseintritt (also z.B. während einer Stimulationsbehandlung) den Verlauf der Stimulation oder die Entwicklung der Eizellen oder die Einnistung beeinflusst, ist nicht bekannt. Daher kann für diese Phase keine Empfehlung ausgesprochen werden.

Ist bereits eine Schwangerschaft eingetreten, wird eine Impfung mit Pandemrix innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen nicht empfohlen. Ab dem 2. Trimenon sollte möglichst ein nicht-adjuvantierter Impfstoff verwendet werden; dieser ist aber derzeit in Deutschland noch nicht erhältlich. Es werden derzeit seitens der zuständigen Behörden Bemühungen un-ternommen, einen solchen Impfstoff möglichst rasch für Schwangere zur Verfügung zu stel-len.

Für die DGRM:
Prof. Dr. med. Jan-S. Krüssel
president elect der DGRM


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