In-vitro-Fertilisation (IVF)

Die In-vitro-Fertilisation beschreibt das Zusammenführen von Eizellen und Samenzellen außerhalb des Körpers. Der Begriff In-vitro-Fertilisation steht für „Befruchtung im Glas“. Umgangssprachlich wird die IVF als künstliche Befruchtung bezeichnet, wobei auch bei der IVF die Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle (Befruchtung/Fertilisation) ein natürlicher Vorgang ist.

Wann wird eine In-vitro-Fertilisation durchgeführt?

Eine IVF-Behandlung wird erforderlich:

  • wenn die Eileiter blockiert oder beschädigt sind oder nicht richtig funktionieren (z.B. nach Operationen, Entzündungen oder durch Endometriose)
  • wenn eine leichte Einschränkung bei den Samenzellen vorliegt. Bei stark eingeschränkter Samenqualität wird besser eine ICSI durchgeführt (intrazytoplasmatische Spermieninjektion)
  • wenn Sie nach einem Jahr trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht schwanger geworden sind
  • wenn andere Behandlungen nicht erfolgreich waren
  • wenn sich aufgrund des Alters die Chance auf normalem Weg schwanger zu werden verringert

Erfolg der IVF-Behandlung

Die Rate der erfolgreichen Schwangerschaften liegt bei ca. 30 Prozent. Sie ist in hohem Maße vom Alter der Frau zum Zeitpunkt der Eizellennahme, aber auch von anderen Faktoren abhängig. Mit der Anzahl der Behandlungsversuche nimmt die Chance auf ein Wunschkind zu (Artikel). Die IVF-Behandlung ist eine sehr effektive und etablierte Methode der Kinderwunschbehandlung.

Kosten der IVF-Behandlung

Die gesetzlichen Krankassen übernehmen mindestens die Hälfte der Kosten für drei Behandlungszyklen. Die restlichen Kosten müssen selbst getragen werden. Voraussetzungen für eine Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkasse sind:

  • Das Paar muss verheiratet sein.
  • Es dürfen ausschließlich Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet werden.
  • Ehefrau und Ehemann müssen vor Behandlungsbeginn das 25. Lebensjahr vollendet haben (25. Geburtstag).
  • Die Ehefrau darf bei Beginn der Behandlung das 40. Lebensjahr (40. Geburtstag), der Ehemann das 50. Lebensjahr (50. Geburtstag) noch nicht vollendet haben (IVF Altersgrenze).
  • Vor Beginn der Behandlung ist der Krankenkasse ein IVF-Behandlungsplan zur Genehmigung vorzulegen (darum kümmern wir uns gemeinsam).
  • Es muss eine zusätzliche Beratung der Ehegatten über die Maßnahmen von einem Arzt oder einer Ärztin, der/die die Behandlung nicht selbst durchführt erfolgt sein (Beratungsbescheinigung Ihres Gynäkologen).
  • Es muss eine hinreichenden Erfolgsaussicht bestehen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, eine finanzielle Förderung des Landes NRW in Anspruch zu nehmen. Genauere Informationen dazu finden Sie unter: https://www.bezreg-muenster.de/de/gesundheit_und_soziales/kinderwunsch/index.html

Ablauf der künstlichen Befruchtung

Hormonstimulation

Ziel der Hormonstimulation bei der Frau ist es, dass sich in den Eierstöcken gleich mehrere Follikel (Eibläschen) bilden. In den Eibläschen reifen die Eizellen heran. Die Frau spritzt sich dabei ca. zehn bis zwölf Tage lang, abhängig vom Wachstum der Eibläschen, das follikelstimulierende Hormon (FSH). Die Hormondosis wird individuell festgelegt. Die Hormongabe erfolgt subkutan, also unter die Haut in der Bauchregion (Demonstrationsvideo zur Spritzenanwendung).

Das Wachstum der Eibläschen (Follikel) und somit die Reifung der Eizellen wird mittels Ultraschalluntersuchung und Kontrolle der Hormonwerte im Blut engmaschig kontrolliert. So können wir den günstigsten Zeitpunkt zur Entnahme der Eizellen für Sie planen. Zeitgerecht dazu werden die Eibläschen nun durch ein weiteres Hormonpräparat auf den Eisprung vorbereitet.

Entnahme der Eizellen (Follikelpunktion)

Der nächste Schritt ist die Entnahme der Eizellen (Follikelpunktion). Um die Eizellen zu entnehmen werden die Eibläschen ultraschallgesteuert punktiert. Dies erfolgt transvaginal (von der Scheide aus) mit Hilfe eines stabförmigen Schallkopfes, an dem eine dünne Punktionsnadel befestigt wird. Die Follikelpunktion wird unter einer kurzen Sedierung vorgenommen, damit die Patientin keine Schmerzen verspürt. Die Flüssigkeit aus den Eibläschen wird entnommen, anschließend wird die Flüssigkeit im Labor auf Eizellen untersucht.

Gewinnung der Samenzellen

Parallel zur Eizellentnahme gibt der Mann eine Samenprobe ab, damit Samenzellen für die Befruchtung zur Verfügung stehen.

Befruchtung (Fertilisation)

Bei der klassischen IVF-Behandlung werden nun die Eizellen mit den Samenzellen in einem Glasschälchen zusammengebracht. Bereits am nächsten Tag lässt sich beurteilen, wie viele der Eizellen befruchtet worden sind. Es haben sich sogenannte Eizellen im Vorkernstadium als Vorstufen von Embryonen gebildet. Auch wenn dieser Vorgang außerhalb des Körpers stattfindet, bleibt das Verschmelzen von Ei- und Samenzelle ein individueller und natürlicher Vorgang. Nicht jede Eizelle lässt sich befruchten, die Befruchtungsrate liegt bei 50 bis 60 Prozent. Daher ist es wichtig, dass mehrere Eizellen zur Verfügung stehen.

Embryotransfer

Aus einer befruchteten Eizelle entsteht durch Zellteilung ein Embryo. Nach einigen Tagen erfolgt der Embryotransfer. Dabei werden die Embryonen in die Gebärmutterhöhle übertragen. Man benutzt dafür einen dünnen, biegsamen Schlauch, der durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle eingebracht wird. Der Embryotransfer ist nicht schmerzhaft und findet ohne Narkose statt.

In Deutschland dürfen maximal drei Embryonen eingesetzt werden. Das Risiko von Mehrlingen und einer damit verbundenen Risikoschwangerschaft sollte berücksichtigt werden.

Kryokonservierung

Wenn bei der Behandlung überzählige befruchtungsfähige Eizellen, also Vorstufen von Embryonen entstehen, können diese eingefroren werden (Kryokonservierung). Diese sogenannten Eizellen im Vorkernstadium können später aufgetaut werden und sich zu Embryonen weiterentwickeln. Sie bewahren sich dadurch also eine wertvolle Chance auf einen erneuten Embryotransfer und somit auf eine Schwangerschaft.

Nachbehandlung

In der Zeit nach dem Embryotransfer ist die Gabe von Progesteron (Gelbkörperhormon) zur Unterstützung der Einnistung des Embryos sinnvoll. Dies erfolgt meist mit Hormonkapseln, die vaginal angewendet werden.

Schwangerschaftstest

17 Tage nach der Entnahme der Eizellen kann durch eine Bestimmung des Schwangerschaftshormons (HCG) im Blut eine sichere Aussage über den Ausgang der Behandlung gemacht werden (Schwangerschaftstest). Diese Zeit des Abwartens ist häufig sehr belastend für das Paar. Wir sind auch in dieser Zeit für Sie da, empfehlen Ihnen aber, sich bereits im Vorhinein mit dieser möglichen Belastung auseinanderzusetzen und sich eventuell weitere psychologische Hilfe zu holen.

Die In-vitro-Fertilisation (=künstliche Befruchtung) beschreibt das Zusammenführen von Eizellen und Samenzellen außerhalb des Körpers in einer Petrischale. Die Samenzellen müssen hierbei von alleine in die Eizellen eindringen, damit die Verschmelzung der Zellkerne ( =Befruchtung) eingeleitet wird.

Petra Wilbrink

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