Hormonbehandlung - Kinderwunschzentrum

Hormonbehandlung

Der weibliche Zyklus

Ein Zyklus mit Eisprung und Hormonbildung (Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon)) ist Voraussetzung für eine Schwangerschaft. Im Normalfall erfolgt der Eisprung etwa am 14. Zyklustag. Nach dem Eisprung gelangt die Eizelle in den Eileiter. Die Befruchtung erfolgt dort. Innerhalb von 5 bis 6 Tagen gelangt die befruchtete Eizelle durch den Eileiter in die Gebärmutterhöhle. Dort kann sich der Embryo einnisten und bis zur Geburt weiterentwickeln.

Manche Frauen können den Eisprung spüren. Der sogenannte „Mittelschmerz“ ist aber kein Beweis für den Eisprung (Ovulation). Ein fehlender Mittelschmerz bedeutet auch nicht eine fehlende Ovulation. Zusätzlich können um den Zeitpunkt des Eisprungs herum eventuell die Brüste spannen. Die Körpertemperatur (Basaltemperatur) steigt an und es kommt zur Verflüssigung des Schleims, der zuvor den Gebärmutterhals verschlossen hat. Dadurch können die Spermien bis zum Eileiter gelangen und dort die Eizelle befruchten.

Den ungefähren Zeitpunkt des Eisprungs können Sie bei einem regelmäßigen Zyklus mit Hilfe eines Eisprungkalenders online berechnen. Geben Sie dafür einfach den ersten Tag Ihrer letzten Periode ein und Ihre Zykluslänge. Dann zeigt Ihnen der Rechner den Tag Ihres Eisprungs an sowie Ihre fruchtbaren Tage. Ein solcher Kalender funktioniert allerdings nur bei einem regelmäßigen Zyklus.

http://www.familie.de/kinderwunsch/eisprungrechner-eisprungkalender-566724.html

Manchmal ist Unfruchtbarkeit die Folge einer Erkrankung

Das polyzystische Ovarsyndrom (PCO) ist gekennzeichnet durch viele kleine Zysten (mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen) in den Eierstöcken. Die betroffenen Frauen haben außerdem oftmals Zyklusunregelmäßigkeiten (z. B. verlängerte Zyklen) sowie einen erhöhten Spiegel an männlichen Hormonen. Bei PCO-Patientinnen ist das Risiko für Diabetes und Übergewicht erhöht.

Wenn es zu einem Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter kommt, kann die Fruchtbarkeit der Frau beeinträchtigt werden. Eine solche Erkrankung heißt Endometriose. Diese befindet sich beispielweise im Eileiter oder an den Eierstöcken, aber auch in Harnblase oder Darm. Die Herde weisen während des weiblichen Zyklus die gleichen Veränderungen auf wie die Schleimhaut in der Gebärmutter. Sie führen oft zu Regelbeschwerden. Die Ursache für eine Endometriose ist unbekannt. Bekannt ist jedoch, dass Endometriose zu einer geringeren Fruchtbarkeit führen kann.

Wie können wir helfen?

Bevor mit der Kinderwunschbehandlung begonnen wird, erfolgen immer eine gründliche Diagnostik und ein Gespräch. Liegen keine Eileiterverschlüsse oder eine stark eingeschränkte Samenqualität vor, ist zunächst eine Hormonbehandlung in Betracht zu ziehen.

Die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt einer Schwangerschaft wird durch eine unterstützende Hormonbehandlung erhöht. Dazu können entweder Clomifen-Tabletten vom 5. bis 9. Zyklustag oder Injektionen mit natürlichem follikelstimulierendem Hormon (FSH) verwendet werden. Das Medikament und seine Dosierung wird individuell aufgrund der vorliegenden Befunde ausgewählt.  

Sowohl FSH als auch Clomifen regen das Wachstum der Eibläschen an. Die Eizellreifung wird mittels Ultraschall und Bestimmung verschiedener Blutwerte genau überwacht. Die Ärztin/der Arzt überprüft die Größe des heranreifenden Eibläschens sowie das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Wenn das Eibläschen ausgereift ist, wird der Eisprung durch eine Injektion ausgelöst. Wir können Ihnen mitteilen, wann der Eisprung stattfindet, und damit den besten Zeitpunkt für eine Empfängnis eingrenzen.

Nach dem Eisprung erhalten Sie natürliches Gelbkörperhormon (Progesteron), um die Einnistung der Schwangerschaft zu unterstützen. Dazu wird morgens und abends jeweils eine Kapsel Utrogest oder Progestan in die Scheide eingeführt. Zwei Wochen nach dem Eisprung kann eine Blutentnahme gemacht werden, um festzustellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Diese Blutentnahme ist in unserem Zentrum (ohne Termin) oder bei Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt möglich.

Für viele Frauen kann der Informationsaustausch mit ebenfalls betroffenen Frauen hilfreich sein. Es gibt dazu auf unserer Facebook-Seite eine private, nicht-öffentliche Gruppe für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch. Schreiben Sie uns dazu einfach auf Facebook an!