IVF - Kinderwunschzentrum

In-vitro-Fertilisation (IVF)

Die In-vitro-Fertilisation beschreibt das Zusammenführen von Eizellen und Samenzellen außerhalb des Körpers. Der Begriff In-vitro-Fertilisation steht für „Befruchtung im Glas“. Umgangssprachlich wird die IVF als künstliche Befruchtung bezeichnet, wobei auch bei der IVF die Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle (Befruchtung/Fertilisation) ein natürlicher Vorgang ist.


1. Wann macht man eine In-vitro-Fertilisation?

Es gibt zahlreiche Gründe, warum eine IVF-Behandlung erforderlich wird:

- wenn die Eileiter blockiert oder beschädigt sind oder nicht richtig funktionieren (z.B. nach
Operationen, Entzündungen oder durch Endometriose.

- wenn eine leichte Einschränkung bei den Samenzellen vorliegt. Bei stark eingeschränkter Samen-qualität wird besser eine ICSI durchgeführt (intrazytoplasmatische Spermieninjektion)

- wenn Sie nach einem Jahr lang trotz regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr nicht schwanger geworden sind

- wenn andere Behandlungen nicht erfolgreich waren

- wenn sich aufgrund des Alters die Chance auf normalem Weg schwanger zu werden verringert


2. Ablauf der IVF-Behandlung
(Ablauf der künstlichen Befruchtung)

Hormonstimulation

Ziel der Hormonstimulation bei der Frau ist es, dass sich in den Eierstöcken gleich mehrere Follikel (Eibläschen) bilden. In den Eibläschen reifen die Eizellen heran. Die Frau spritzt sich dabei ca. 10-12 Tage lang, abhängig vom Wachstum der Eibläschen, das follikelstimulierende Hormon (FSH). Die Hormondosis wird individuell festgelegt. Die Hormongabe erfolgt subkutan, also unter die Haut in der Bauchregion (link Spritzenvideos).

Das Wachstum der Eibläschen (Follikel) und somit die Reifung der Eizellen wird mittels Ultraschalluntersuchung und Kontrolle der Hormonwerte im Blut engmaschig überwacht. So können wir den günstigsten Zeitpunkt zur Entnahme der Eizellen für Sie planen. Zeitgerecht dazu werden die Eibläschen nun durch ein weiteres Hormonpräparat auf den Eisprung vorbereitet.

Entnahme der Eizellen (Follikelpunktion)

Der nächste Schritt ist die Entnahme der Eizellen (Follikelpunktion). Um die Eizellen zu entnehmen werden die Eibläschen (Follikel) ultraschallgesteuert punktiert. Dies erfolgt transvaginal (von der Scheide aus) mit Hilfe eines stabförmigen Schallkopfes, an dem eine dünne Punktionsnadel befestigt wird. Die Follikelpunktion erfolgt unter einer kurzen Narkose, damit die Patientin keine Schmerzen verspürt. Die Flüssigkeit aus den Eibläschen wird abgesaugt und im Labor werden im Anschluss die Eizellen unter dem Mikroskop aus der Flüssigkeit herausgesucht.

Gewinnung der Samenzellen

Parallel zur Eizellentnahme gibt der Mann eine Samenprobe ab damit Samenzellen für die Befruchtung zur Verfügung stehen.

Befruchtung (Fertilisation)

Bei der klassischen IVF-Behandlung werden nun die Eizellen mit den Samenzellen in einem Glasschälchen zusammengebracht. Am nächsten Tag kann man beurteilen wie viele der Eizellen befruchtungsfähig sind. Es haben sich sogenannte Eizellen im Vorkernstadium als Vorstufen von Embryonen gebildet. Auch wenn dieser Vorgang außerhalb des Körpers stattfindet, bleibt das Verschmelzen von Ei- und Samenzelle ein individueller und natürlicher Vorgang. Nicht jede Eizelle lässt sich befruchten, die Befruchtungsrate liegt bei 50-60 %. Daher ist es wichtig, dass mehrere Eizellen zur Verfügung stehen.

Embryotransfer

Aus einer befruchteten Eizelle entsteht durch Zellteilung ein Embryo. Der Embryo ist die erste Stufe auf dem Weg zu Ihrem Wunschkind. Nach einigen Tagen erfolgt der Embryotransfer. Dabei werden optimalerweise 2 Embryonen in die Gebärmutterhöhle übertragen. Man benutzt dafür einen dünnen, biegsamen Schlauch, der durch den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle eingebracht wird. Dies geschieht entweder am 2.-3. Tag nach der Entnahme der Eizellen oder am 4.-5. Tag (Blastozyste). Der Embryotransfer ist nicht schmerzhaft und findet ohne Narkose statt.

In Deutschland dürfen maximal 3 Embryonen eingesetzt werden. Das Risiko von Mehrlingen und einer damit verbundenen Risikoschwangerschaft sollte berücksichtigt werden.

Kryokonservierung

Wenn bei der Behandlung überzählige befruchtungsfähige Eizellen, also Vorstufen von Embryonen entstehen, können diese eingefroren werden (Kryokonservierung). Diese sogenannten Eizellen im Vorkernstadium können später aufgetaut werden und sich zu Embryonen weiter entwickeln. Sie bewahren sich dadurch also eine wertvolle Chance auf einen erneuten Embryotransfer und somit auf eine Schwangerschaft.

Nachbehandlung

In der Zeit nach dem Embryotransfer ist die Gabe von Progesteron (Gelbkörperhormon) zur Unterstützung der Einnistung des Embryos sinnvoll. Dies erfolgt meist mit Hormonkapseln, die in die Scheide eingelegt werden.

Schwangerschaftstest

17 Tage nach der Entnahme der Eizellen kann durch eine Bestimmung des Schwangerschaftshormons (HCG) im Blut eine sichere Aussage über den Ausgang der Behandlung gemacht werden (Schwangerschaftstest). Diese Zeit des Abwartens ist häufig sehr belastend für das Paar.


3. Erfolg der IVF-Behandlung

Die Schwangerschaftsrate liegt bei ca. 30 %. Sie ist in hohem Maße vom Alter der Frau zum Zeitpunkt der Eizellennahme, aber auch von anderen Faktoren abhängig. Mit der Anzahl der Behandlungsversuche nimmt die Chance auf ein Wunschkind zu (Artikel). Die IVF-Behandlung ist eine sehr effektive und etablierte Methode der Kinderwunschbehandlung.

4. Kosten der IVF-Behandlung (Kosten künstliche Befruchtung)

Die gesetzlichen Krankassen übernehmen die Hälfte der Kosten für drei Behandlungszyklen. Die restlichen Kosten müssen selbst getragen werden. Voraussetzungen für eine Kostenübernahme der gesetzlichen Krankenkasse sind:

- das Paar muss verheiratet sein,

- es dürfen ausschließlich Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet werden

- Ehefrau und Ehemann müssen vor Behandlungsbeginn das 25. Lebensjahr vollendet haben
(25. Geburtstag)

- die Ehefrau darf bei Beginn der Behandlung das 40. Lebensjahr (40. Geburtstag), der Ehemann das 50. Lebensjahr (50. Geburtstag) noch nicht vollendet haben (IVF Altersgrenze)

- vor Beginn der Behandlung ist der Krankenkasse ein IVF Behandlungsplan zur Genehmigung vorzulegen (darum kümmern wir uns gemeinsam)

- zusätzliche Beratung der Ehegatten über die Maßnahmen von einem Arzt, welcher die Behandlung nicht selbst durchführt (Beratungsbescheinigung Ihres Gynäkologen)

- bestehen einer hinreichenden Erfolgsaussicht