Spermiogramm - Kinderwunschzentrum

Spermiogramm (Samenanalyse, Untersuchung des Ejakulats)

Es ist sinnvoll, vor dem ersten Gespräch in unserem Kinderwunschzentrum eine Samenprobe abzugeben, die von uns untersucht wird, damit wir Ihnen einen möglichen Grund für Ihren unerfüllten Kinderwunsch nennen können und eine Therapie mit Ihnen besprechen können.

Bitte vereinbaren Sie in unserem Kinderwunschzentrum einen Termin für das Spermiogramm. Die Samenprobe sollte nach zwei- bis siebentägiger sexueller Enthaltsamkeit abgegeben werden.

Wenn Sie nicht in der Lage sind, Ejakulat im Kinderwunschzentrum zu gewinnen, können Sie dieses unter bestimmten Voraussetzungen auch von zuhause mitbringen. In diesem Fall muss sichergestellt sein, dass der Transport innerhalb einer halben Stunde körperwarm zu unserem Kinderwunschzentrum erfolgt. Entsprechende Gefäße zum Auffangen des Samens stellen wir Ihnen zur Verfügung.

Für das Spermiogramm (inkl. Blutentnahme) fallen, wenn sie gesetzlich versichert sind, keine Kosten an. Für privat Versicherte entstehen Kosten nach der Gebührenordnung für Ärzte.

Warum ist das Sperma eingeschränkt?

Es gibt viele Gründe, warum das Sperma eingeschränkt sein kann: Es wird zwischen Produktionsstörungen (Spermien werden nicht ausreichend oder fehlerhaft im Hoden produziert) und Transportstörungen (Spermien können nicht mit dem Samenerguss nach außen gelangen, weil die Samenwege verschlossen sind) unterschieden.

Mögliche Ursachen können sein:

  • Hodenhochstand als Kleinkind
  • Mumps
  • ungesunder Lebensstil (Nikotin, Alkohol, Übergewicht)
  • Medikamente
  • Krampfader am Hodensack (Varikozele)
  • genetische Ursachen
  • Verschluss der Samenwege (durch Entzündungen, angeboren)


Nach welchen Kriterien wird das Sperma beurteilt?

Es wird geprüft, ob ausreichend viele, bewegliche Spermien vorhanden sind (Normozoospermie), oder ob zu wenige Spermien vorhanden sind (Oligozoospermie), oder ob sich die Spermien zu wenig bewegen (Asthenozoospermie). Außerdem werden die Form (Morphologie) und die Reife der Spermien sowie Entzündungsparameter untersucht. Es wird ein Antikörpertest durchgeführt (MAR-Test). Darüber hinaus wird das Ejakulat mikrobiologisch (auf bestimmte Keime) untersucht.

Die Beurteilung des Spermas richtet sich nach den Referenzwerten der WHO (World Health Organisation), 2010.

Es werden folgende Fachbezeichnungen verwendet:

Normozoospermie = normales Sperma
Oligozoospermie = zu wenig Spermien (weniger als 15 Millionen Spermien pro ml Ejakulat oder Gesamtspermienzahl unter 39 Millionen)
Asthenozoospermie = reduzierte Beweglichkeit (weniger als 32 % der Spermien sind vorwärts beweglich)
Teratozoospermie = verminderter Anteil normal geformter Spermien (weniger als 4 % normale Formen)
Oligo-Astheno-Teratozoospermie = alle 3 Parameter (Konzentration, Beweglichkeit und Form sind eingeschränkt)
Azoospermie = keine Spermien im Ejakulat
Parvisemie = zu geringes Volumen (kleiner als 1,5 ml)

Weil die Spermaqualität starken Schwankungen unterliegt, ist es sinnvoll, eine zweite Samenprobe im Abstand von 6-8 Wochen abzugeben, um das Ergebnis zu bestätigen.

Was kann man machen, wenn zu wenige oder gar keine Spermien vorhanden sind? 

Wenn wenig Spermien vorhanden sind, oder wenn die Spermien nicht ausreichend beweglich sind, können sie mit einer kleinen Plastikspritze direkt in die Gebärmutter dafür übertragen werden (intrauterine Insemination).

Wenn es zu wenig bewegliche Spermien dafür sind, gibt es die Möglichkeit zu einer Befruchtung außerhalb des Körpers (IVF/ICSI).

Wenn gar keine Spermien im Ejakulat vorhanden sind, kann eine kleine Operation am Hoden durchgeführt werden, um eine Hodenprobe zu entnehmen (TESE). Häufig werden im Hoden Spermien gefunden, die für eine Kinderwunschtherapie verwendet werden können

Wenn auch im Hoden keine Spermien gefunden werden, gibt es trotzdem einen Weg, Eltern zu werden: Sie können sich als Ehepaar überlegen, ob Sie Spendersamen verwenden möchten (donogene IUI).

Wie kann das Sperma besser werden?

  • nicht rauchen
  • Alkoholkonsum reduzieren
  • gesunde Ernährung
  • regelmäßige Bewegung
  • normales Körpergewicht