Intracytoplasmatische Spermieninjektion

Die Intracytoplasmatische Spermieninjektion ist eine spezielle Methode der IVF-Therapie. Wenn beim Mann eine hochgradige Einschränkung der Samenqualität vorliegt, ist davon auszugehen, dass eine Befruchtung mittels der konventionellen IVF-Methode nicht erfolgsversprechend ist. Bei diesen Paaren wird daher die ICSI-Methode empfohlen. Eine ICSI-Therapie kann auch notwendig werden, wenn bei einer normalen IVF-Behandlung keine Befruchtung eingetreten ist.

Eine ICSI-Therapie wird demnach empfohlen bei:

  • hochgradig eingeschränkter Samenqualität
  • Ausbleiben der Befruchtung bei einer In-vitro-Fertilisation

Voruntersuchung

Vor Beginn einer ICSI-Therapie wird eine genetische Beratung und Chromosomenanalyse beider Partner empfohlen. Hintergrund dieser Empfehlung ist das statistisch häufigere Vorkommen von Chromosomenanomalien bei Kinderwunschpaaren. Die Chromosomenanalyse wird aus einer Blutprobe durchgeführt, das Ergebnis liegt nach etwa sechs Wochen vor.

Erfolgsraten

Die Erfolgsraten einer ICSI-Behandlung sind auch bei sehr schlechter Spermienqualität und Spermienzahl gut und mit denen einer konventionellen IVF-Behandlung zu vergleichen. Das Vorhandensein einiger weniger Samenzellen ist meistens für die ICSI-Behandlung ausreichend. Die Rate an erfolgreichen Schwangerschaften pro Behandlungszyklus liegt bei ca. 30 Prozent.

Kryokonservierung von Eizellen

Auch bei der ICSI-Methode können auf Wunsch überzählige befruchtete Eizellen in Vorkernstadien tiefgefroren werden und stehen für einen späteren Embryotransfer zur Verfügung.

ICSI – Ablauf

Für das Paar bleibt der Ablauf der Therapie derselbe, wie bei der IVF-Therapie. Die ovarielle Stimulationsbehandlung, die Eizellentnahme und der Embryotransfer erfolgen bei der ICSI genauso wie bei der IVF. Der wesentliche Unterschied zur konventionellen IVF-Methode besteht nur in einem zusätzlichen Arbeitsschritt im Labor und betrifft die Handhabung der Ei- und Samenzellen. Die Spermiengewinnung erfolgt für gewöhnlich am Tag der Eizellentnahme. Grundsätzlich ist auch die Gewinnung aus dem Hoden möglich (TESE), wenn beim Mann keine Spermien im Ejakulat (Samenprobe) nachweisbar sind.

Bei der ICSI-Methode wird nach der Eizellentnahme (Punktion) das Sperma nicht zu den Eizellen in die Glasschale gegeben, wie bei der  konventionellen IVF-Methode, sondern ein Spermium wird unter dem Mikroskop mit Hilfe einer sehr feinen hohlen Glasnadel direkt in die Eizelle gebracht. Diese Methode kann bei allen gewonnenen reifen Eizellen angewendet werden. Für die Injektion wird ein Spermium benötigt, welches nicht unbedingt beweglich sein muss. Auch in ihrem Aussehen auffällige Spermien können erfolgreich verwendet werden. Die Befruchtungsrate der Eizellen wird mit der ICSI-Methode daher deutlich erhöht.

Der Transfer der befruchteten Eizellen in die Gebärmutter (Embryotransfer) erfolgt im Allgemeinen einige Tage nach der Eizellentnahme. Die Einnistungsphase beginnt in den folgenden zwei Wochen und wird durch die Gabe eines Gelbkörperhormons unterstützt. Zwei Wochen nach dem Embryotransfer wird der Schwangerschaftstest durchgeführt. Die Paare können den Test vor Ort im Kinderwunschzentrum durchführen. Dabei wird das Blut abgenommen und der hCG-Wert (Schwangerschaftshormon) bestimmt. Das Ergebnis liegt in der Regel am selben Tag vor. Natürlich kann der Schwangerschaftstest auch beim eigenen Frauenarzt durchgeführt werden.

ICSI – Kosten

In Deutschland tragen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine künstliche Befruchtung mittels ICSI nur, wenn bestimmte festgelegte Grenzwerte erfüllt werden. Unabhängig davon erfolgt sowohl das Beratungsgespräch als auch ein Großteil der Diagnostik im Vorfeld ohne Kosten für die Paare.

Die gesetzlichen Krankenkassen genehmigen derzeit in Deutschland drei ICSI-Versuche und übernehmen pro Versuch die Hälfte der Kosten. Dies gilt allerdings nur für verheiratete Paare. Ehefrau und Ehemann müssen vor Therapiebeginn das 25. Lebensjahr vollendet haben. Die Ehefrau darf bei Therapiebeginn das 40., der Mann das 50. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Außerdem müssen zwei Spermiogramme im Abstand von zwölf Wochen vorliegen, die bestimmte Kriterien erfüllen, sowie eine Untersuchung bei einem Andrologen erfolgen. Bei der Organisation der Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen sind wir als Kinderwunschzentrum behilflich.

Im Kinderwunschzentrum ist die Möglichkeit zur Durchführung eines Spermiogramms gegeben, geeignete Räumlichkeiten in ruhiger und privater Atmosphäre stehen zur Verfügung. Das Ergebnis des Spermiogramms liegt bereits am nächsten Tag vor und kann durch das Paar auf verschiedenem Wege in Erfahrung gebracht werden. Zum Beispiel persönlich im Gespräch, per Telefon, Mail, SMS oder per Post.

Natürlich kann ein Spermiogramm auch durch einen Facharzt/Fachärztin für Urologie erfolgen. Das Ergebnis sollte im Kinderwunschzentrum vorgelegt werden, damit mit dem Paar zusammen, in einem persönlichen Beratungsgespräch, die nächsten Therapieschritte besprochen werden können.

Für privatversicherte oder gemischtversicherte (ein Partner gesetzlich versichert, der andere Partner privat versichert) Paare gelten andere Regelungen bezüglich der Kostenübernahme.

Auch bei diesen Paaren sind wir bei Fragen und bei der Organisation der Kostenübernahme selbstverständlich gerne behilflich.

Sind fast keine Samenzellen vorhanden, kommt die intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) in Frage. Falls gar keine Samenzellen in der Samenflüssigkeit vorhanden sind, wäre der nächste Schritt eine Hodenbiopsie. Je nach Alter bestehen meist sehr gute Erfolgsaussichten.

Dr. Karoline Hohenstein

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